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Heute Abend rutschen wir rüber ins neue Jahr, also wird es Zeit Revue passieren zu lassen.

Dazu passt auch das Buch, das ich für meinen heutigen Eintrag ausgesucht habe. Auch Solrun und Steinn lassen in Jostein Gaarders E-Mail-Roman Die Frau mit dem roten Tuch Revue passieren. Über damals, diesen Sommer vor 30 Jahren, in dem sie vermutlich einen Menschen mit dem Auto angefahren und getötet haben – oder etwa nicht? Ihre Liebe zerbrach, an Zusammenleben war nicht mehr zu denken, denn zu sehr wichen ihre Glaubensvorstellungen voneinander ab. Der nüchterne Wissenschaftler kann mit seiner Freundin, die den christlichen Glauben für sich entdeckt nicht mehr umgehen.

Und dann – 30 Jahre nach dem großen Unglück ihres Lebens – treffen sie sich in dem Hotel wieder, in dem sie auch nach dem Unfall untergekommen sind.

Ich gebe zu: Brief- oder wie in diesem Fall E-Mail-Romane mag ich wirklich und Jostein Gaarder ist nun mal nicht irgendwer, sondern zählt seit vielen, vielen Jahren zu meinen Lieblingsautoren. Die schnellen Perspektivwechsel und unterschiedlichen Sichtweisen machen dieses Buch lebendig und verraten trotzdem unheimlich viel über die Gedankenwelt von Solrun und Steinn.

Dieses Buch stand schon länger auf meiner Bücherwunschliste (momentan über 80 Titel, ich glaube nicht, dass sie sobald kürzer wird) und dann hielt ich es plötzlich in der Bahnhofsbuchhandlung als Mängelexemplar in den Händen. Der Weg zur Kasse war schnell gemacht und JA mein Zug hatte Verspätung, ach was, er ist ausgefallen. Also habe ich mir eine ruhige Ecke am zugigen Bahnhof gesucht und sofort angefangen zu lesen.

Was soll ich sagen, die Frau mit dem roten Tuch ist und bleibt ein Mysterium. Nicht nur für Solrun und Steinn, sondern auch für mich. Ja, der Schluss kommt ein wenig unerwartet und fast schon brutal, aber irgendwie passt er dann doch zu Solruns Naturell und erfüllt die Prophezeiung der Preiselbeerfrau. Doch warum ist dort dieser Zweifel, den Solruns Mann in ihren Augen entdeckt. Zugegeben, diese kleine Passage stört mich ein wenig, aber dennoch: Die Frau mit dem roten Tuch war ein schönes Lesevergnügen: fröhlich, traurig, spannend, mysteriös und immer – wie bei Gaarder üblich – mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt.

Große Fragen habe ich auch, wenn ich nun an das kommende Jahr denke. Ich weiß in etwa, wo es mich hinführt, weil ein Umzug ansteht aber ansonsten??? Ich denke es gilt, sich überraschen zu lassen – von den Menschen, Erfahrungen und Möglichkeiten, die sich mir und uns bieten werden. In diesem Sinne: einen guten Rutsch und ein tolles Jahr 2014.

Und genau: Sagt mir Bescheid welches Buch sobald wie möglich auf meine Must-Read-Liste gehört! Wir wollen ja nicht, das meine Wunschliste doch einmal kürzer wird. 🙂

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