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Bei all den Back-Kartenbastel-Und-Marmeladekochblogbeiträgen könnte man ja fast meinen: Liest die überhaupt noch???

Tut sie. Fleißig sogar. Über eins der Bücher darf ich aber erst am 01.09.14 schreiben (Sperrfrist vom Verlag), die anderen beiden Schätzchen aus den letzten Wochen gibt es jetzt hier.

Tschick_Inferno

Zum Auftakt: Inferno von Dan Brown. Dazu will gesagt sein: Ja, manchmal packt es mich einfach und ich will Verschwörung, Krimi und all das was bei Dan Brown dazu gehört. Also habe ich mir flugs die Taschenbuchversion von Inferno besorgt, als diese dann endlich einmal in den Läden stand. Und ich habe sie wirklich in einem kleinen, alten Buchladen in town gekauft (take this, Amazon!).

Es ist wie immer mit Robert Langdon: Ein bisschen Symbolik, ein bisschen Verwirrspiel und wer ist hier eigentlich der wirklich Böse? Honestly? Ich bin drauf reingefallen. Im Vergleich zu anderen Büchern wie Da Vinci Code und The Lost Symbol finde ich Inferno glatt ein bisschen schwach – dafür ging es aber immerhin für einen Großteil der Zeit ins wunderbare Florenz – dieses wundervolle Fleckchen Erde, an das ich so gerne mit einem Lächeln zurückdenke. Und nach Venedig (einem meiner liebsten Reiseziele) und dann schließlich nach Istanbul (da möchte ich spätestens jetzt auch endlich mal hin) …
Der Grundgedanke der Story übrigens: beängstigend und vermutlich nicht mehr weit von der Realität entfernt. Aber dazu sage ich jetzt nichts, das würde zuviel vorweg nehmen.

Inferno steht in meinem Bücherregal zwischen: Das Pesttuch von Geraldine Brooks und Sakrileg von Dan Brown.

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Und dann kam: Tschick! Dieses wunderbare Stück Lesevergnügen von dem Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.) sagt:

Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen. Aber besser man fängt gleich damit an.

Recht hat sie. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Eine Meisterleistung von Wolfgang Herrndorf, der leider viel zu früh gestorben ist. Ich hätte gerne noch mehr Tschicks und Maiks und Isas kennengelernt und habe den Roadtrip durch Ostdeutschland (vermutlich zumindest, denn wo kamen plötzlich die unleserlichen Hinweisschilder her?) absolut genossen!

Hier ein paar literarische Perlchen:

(…) ich bin so erschöpft und auch irgendwie glücklich und müde, ich bin von innen wie mit Glück ausgepolstert und schlafe wieder ein, ohne ein Wort zu sagen. Das Glück, stellt sich später raus, heißt Valium. Es wird mit großen Spritzen verteilt.

(13)

Das hier würde in Russland (leider) aktuell für Zündstoff sorgen:

Ich hab einen Onkel in Moskau, der läuft den ganzen Tag in einer Lederhose mit hinten Arsch offen rum. Ist aber völlig okay sonst, mein Onkel. Arbeitet für die Regierung.

(85)

Der Mensch ist wie eine Zahnpastatube. Wenn du unten drückst, kommt oben was raus.

(197)


gelesen: Wolfgang Herrndorf. Tschick. Berlin: Rowohlt, 31. Auflage, 2014.

Tschick steht in meinem Bücherregal zwischen Die rote Zora und ihre Bande von Kurt Held und Demian von Hermann Hesse.

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