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Endlich ist es soweit: HEUTE erscheint das Buch Die Liebe zu so ziemlich allem von Christine Vogeley, das ich im Juli vorab lesen durfte. Somit ist auch die Sperrfrist abgelaufen, und ich kann euch endlich erzählen, wie sehr mich dieses Buch begeistert hat!

Vogeley_vorab_Die Liebe

Es ist schon irgendwie ein tolles Gefühl, ein noch nicht ganz fertiges Buch zu lesen, bevor es in den Handel kommt. Da schlägt das Bücherwurmherz wirklich ein bisschen höher. Wie so was wohl aussieht, fragt man sich vorab. Und dann kam sie, die Fahne. Sah schon fast aus wie ein richtiges Buch – aber nur fast. Kein Klappentext, kein Buchrücken und immer mal wieder ein paar Anmerkungen, in die Seiten gedruckt wie „Hier bitte plus 1 Zeile“.

Vogeley_Detail

Und die Geschichte? Schon fertig und herrlich herzerfrischend!

Es geht um die Kunst, die Liebe und um ein Museum, indem alles möglich ist – mitten in der deutschen Provinz. Im Zentrum der Geschichte stehen Carlotta und Gösta, die sich beim ersten Treffen – eigentlich sollten die beiden arbeiten – augenblicklich ineinander verlieben und erkennen, dass sie hier dem Menschen gegenüberstehen, mit dem sie ihr Leben verbringen wollen. Im Weg stehen eigentlich nur Carlottas Tochter Jule, die plötzlich so komisch ist (ist ja auch blöd, wenn man sich selbst ein wenig in den neuen Freund der Mutter verliebt) und Göstas Sohn Nils, der eigentlich weit weg in Neuseeland sein sollte – aber ist er das überhaupt? Außerdem ist dort ja dann doch noch die Arbeit. Carlotta ist dabei eine Ausstellung vorzubereiten – und die Vergangenheit des Künstlers hält plötzlich so manche Überraschung bereit. Toll, wie die „aktuelle“ und die Geschichte aus der „Vergangenheit“ miteinander verknüpft sind – auf sowas stehe ich ja sowieso, aber hier ist es wirklich wunderbar gemacht.

Außerdem habe ich mich augenblicklich in den kleinen Leopold Grobkümmel verliebt, der von seinem potenziellen Stiefvater mehr getriezt statt unterstützt wird, dann aber doch aufblüht und am Ende – ohne es so richtig zu begreifen – zum Helden der Geschichte wird.

Überhaupt, die Charaktere aus Die Liebe zu so ziemlich allem sind einfach wunderbar. Haben Ecken und Kanten und sind einfach authentisch. Zu einem meiner Lieblinge gehört definitiv Onkel Henry, der schrullige, alte Künstler, der das große Talent hat, in die Herzen der Menschen zu schauen. Ich habe mich auf jeden Morgen und Feierabend gefreut, wenn ich im Zug sitzend in diese bunte und liebevoll ausgestattete Story abtauchen konnte.

Etwas an Mama war nicht mehr vertraut. Etwas kam von ihr, etwas Fernes, Neues, das nicht zu ihrem normalen Leben gehörte. Normalerweise wurden Männer in Mamas Leben als mehr oder weniger interessante Satelliten betrachtet, die aber im Großen und Ganzen stets auf ihrer Umlaufbahn blieben. Das hier, das sah nach kosmischer Kollision aus. Als ob ein neuer Stern entstanden sei.

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Es gibt im Leben besondere Momente. Momente, von denen man im Augenblick des Geschehens denkt, dass man den Klang oder die Farbe, den Geschmack oder das Gefühl für immer festhalten möchte.
Aber man vergisst sie trotzdem.
Manche Momente allerdings sorgen von selbst dafür, dass sie nicht verblassen, auch wenn das Bühnenbild gar nicht aufwendig ist. Warum? Weil sich in ihnen vielleicht in aller Einfachheit und nur für einen kurzen Moment die ganze Weite des Lebens zeigt.
Und manchmal auch das größtmögliche Glück.
Carlotta wusste, dass sie diese Sekunde, eine Keksrolle in der Hand, hinter einem bärtigen Handwerker herlaufend, auf dem Weg in einen verstaubten Wintergarten, nie vergessen würde.

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Der nächste Tag fing gut an. Weiße Wolken türmten sich auf, wurden vom Wind zerzaust und bauten sich neu zusammen. Die frische Seebrise bog die kleinen Birken, die sich am Rand des Grundstücks, unterhalb der Weißdornbüsche, angesiedelt hatten, ließ ihre Blätter rascheln und flirren.

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Mein Fazit: Lesen. Gerade jetzt im nahenden Herbst, liefert dieses Buch noch ein paar Sonnenstrahlen, die einen zum Schmunzeln bringen und das Herz erwärmen. Ich habe es absolut genossen und mich so manches Mal in dieses wunderbare Museum oder auf die kleine schwedische Insel gewünscht, die auch einen wichtigen Part spielt!

Ich freue mich sehr darauf, Christine Vogeley hoffentlich bald bei einer Lesung (von meiner Agentur organisiert) in Berlin zu treffen. Danke noch einmal an meine liebste Kollegin G., die den Kontakt zu Christine Vogeley hergestellt hat, an den Verlag Droemer Knaur, der mich nun immer wieder mit Rezensionsexemplaren eindeckt und dann natürlich an Christine selbst, für das Vertrauen. Gerne wieder!

++++
Die Liebe zu so ziemlich allem steht in meinem Bücherregal zwischen Schloss Gripsholm von Kurt Tucholsky und Der letzte Walzer in Paris von Alexandra von Grote 

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